Verfasst von: Jana | 21. Mai 2008

Zwei Küken erobern die Welt

Es wird geflattert. Noch ganz zaghaft erst. In der Küche. Und schlimm chaotisch. Zu Hause war alles einfacher. Eine überschaubare Voliere. Kaum höher als mannhoch; viel Strecke konnte man auch nicht machen. Und nun? (Fast) kein Himmel über den Welliköpfen. Die beiden schrauben sich hilflos nach oben und begreifen erstmal nicht, daß das unsichtbare Ding eine Zimmerdecke ist. Immer neue Versuche, die kaum auszumachende Barriere zu durchbrechen. Irgendwann machen die Flügel schlapp und es wird notgelandet. Entweder zwischen allerlei Küchenzubehör (echt ungünstig) oder bevorzugt auf den beiden wandelnden Rettungsbojen. So haben wir Montag abend ständig zwei japsende Jungvögel auf dem Kopf. Kuscheleinheiten auf der Hand und die Entscheidung der beiden Grossen, das morgen doch besser drüben im üblichen Flurrevier zu wagen. Haben die andern eben mal Stubenarrest.

Gestern abend: Piepser hängen schon aufgeregt am Gitter als wir nach Hause kommen. Türen auf. Mist, heute hopsen sie aber nicht so schön auf die Hand. Nö, die wollen toben. Sind total zappelig, die beiden. Nach gutem Zureden sitzen sie dann doch beide drauf. Natürlich gemeinsam auf der Einhand-Sänfte, aber egal. Küchentür auf, Flurdurchquerung, Ankommen im Freiflugrevier. Kontaktaufnahme mit den anderen. Die lassen ihre ganze gelassene Erfahrung sprechen und haben erstmal Schiss :roll: Die zwei kleinen sind ganz aufgeregt und bleiben natürlich erstmal nicht bei uns sitzen. Nüscht wie los – das neue Zimmer entdecken. Wir sind abgeschrieben, das ist ja alles sooooo interessant hier. Spielzeug, das die anderen wochenlang nicht ansehen, wird sofort in Besitz genommen. Selbstbewußt spazieren die beiden hoch über den Köpfen der anderen über das Volierendach. Jeder zweite Schritt führt zu zappelnden weggerutschten Wellifüßen und auf-den-Schnabel-fallen. Aber egal, ist ja alles s aufregend. Keine Zeit die beiden. Zwischendurch immer Notrettung, weil Lin andauernd hinter den Käfig rutscht. Aber ein beherzter Griff und sie ist wieder in Sicherheit. Klasse, daß man die beiden einfach in die Hand nehmen kann. Nikk ist dabei total entspannt und bleibt meist einfach sitzen. Die kleine Lin ist etwas wilder, aber auch nicht wirklich sauer, wenn man sie mal greift. Für eine kleine Kraulerei vom Federlosen ist schon Zeit. Faszinierend.

Irgendwann haben sie fertiggespielt und imbissen auf der Napoleon-Hand.

Lin

Und der macht etwas, das mit unseren anderen noch nie ging. Er setzt sich zur Fütterung entspannt auf die Couch und kann dabei fernsehen. Klasse, das hätten die anderen nieee mitgemacht. Die beiden Küken werden per Handsänfte ins Schlafgemach befördert und die zweite Schicht für uns beginnt.

Nun sind wir mutig und auch die anderen fünf bekommen noch eine Fütterstunde der besonderen Art. Wir wagen es und machen nach und nach den Abstand zum Käfig größer. Und es klappt. Trulla, die ohnehin super eifersüchtig ist, wenn ein anderer Vogel mit uns flirtet, wagt sich richtig weit. Der Napoleon steht schon zwei Meter vom Käfig entfernt. Macht ihr nichts. Sie knabbert und turnt dann noch eine
Weile auf ihm rum. Bei Fine staune ich auch. Meine Hand ist auch schon ganz schön dolle weit entfernt von der sicheren Wellibehausung und trotzdem traut sie sich drauf und läßt sich die Hirse schmecken. Irre schön.

Nun sind wir guter Hoffnung, daß die beiden kleinen so angstfrei bleiben und die „alten“ vielleicht auch noch über ihre kleinen Wellischatten hopsen. Sieht im Moment ganz danach aus *strahl*.


Antworten

  1. Ich muß mal sehen, ob ich heute Abend die Acrylglas-Streiifen hinten am Käfig anbaue. Dann ist Schluß mit hinter-den-Käfig-plumpsen. *amkoppkratz*

  2. *lächel* jetzt wisst Ihr, wie glücklich ich war, als Wanda das erste Mal zum Futtern auf meiner Hand sass :-D

  3. na klar. Das verstehen wir *gerührtschluchz*

  4. *Taschentuchreich*

  5. Das sind ja schöne Nachichten! Küken! Zeigt’s dem Hühnerhof! Wer ist hier das Angsthäschen? ;)

  6. da will ich doch mal hoffen, das meine wellis sich als vorbild zeigen. Werden ja auch ordentlich darauf vorbereitet.

  7. halloo, uhr mal stellen, es war um 23:00 nicht 09:01

  8. find ich auch, diese Zeitangaben hier… ist wohl ne spezielle Weltzeituhr, die hier tickt *kicher*


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